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Die
Hölle der Pflicht (Auszug)
Der
Spermcube von Philippe Meste Text von Mihnea Mircan
(...)
Das
Monument des 21. Jahrhunderts hat mit ungerechter Konfrontation, Ungehorsam
und Meineid, Perversion der Einheits- und Totalitätslogiken, Verfälschung
und Korruption der Spielregeln zu tun, scheint Philippe Meste zu sagen.
Das Monument ereignet sich bei einem Kampf mit einem zu großen und zu
mächtigen Gegner. Um die Frage des zeitgenössischen Monuments zu beantworten,
muss es brutal aus dem traditionellen Kontext herausgerissen werden: Das
Denkmal von heute muss eine andere Botschaft haben, eine andere Art der
Erinnerung auslösen, die Gemeinschaft, die es betrachtet und sich darin
wieder erkennt, neu definieren und eine andere Bedeutung von Zeit verlangen.
Meste arbeitet durch das Medium der Aktion an dem Monument, er verwendet
die Skulptur als Tarnung im militärischen Sinn. Die Tarnung, die Idee
der Skulptur als verborgene Aktion oder als Rückstand der Aktion, macht
Mestes Sonderstellung auf einem Kunstmarkt, auf dem es eigentlich Grenzüberschreitungen
zuhauf gibt, deutlich. Dennoch stimmt Meste mit jenen Künstlern überein,
die eine Präferenz für die Logik des Konflikts und für die unüberwindbaren
Schwierigkeiten haben, eine Vorliebe für die Schlachten, die sie nicht
gewinnen können, die aber unausweichlich zu Eingeständnissen oder gar
zu einem Rückzug des Gegners führen, so winzig dieser auch sein mag. Um
auf das Monument zurückzukommen: Wenn der Spermcube ein solches ist, wird
er es dadurch, dass er die Allegorie eher komplexer macht anstatt sie
aufzulösen, dass er sie in den schmutzigen und hinderlichen Netzen der
Materialität fesselt. Seine Ideologie ist nicht greifbar, wenn nicht bipolar,
wohl weil das 21. Jahrhundert nur ein vollständig doppeldeutiges Monument
oder ein Monument der Ambivalenz akzeptieren kann. (…)
www.spermcube.org
www.g-a-s-m.org
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