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Laurent Grasso ist ein Künstler, der mit vielen Medien arbeitet. Er schafft vor allem Installationen, für die er unterschiedlichste Elemente, darunter Filme, kombiniert. Die Video-Arbeiten von Laurent Grasso bestehen darin, der Realität Phänomene mit kinematographischem Potential zu entnehmen: Er inszeniert – oder sollte man sagen, er virtualisiert –, was das mechanische Auge der Kamera erfasst. Sein Werk lebt am Rand, an der Grenze des Realen, weil er die Kamera einen für die gefilmte Szene meist unerwarteten Blickwinkel einnehmen lässt. Der Hauptakteur in Grassos Filmen ist nie direkt sichtbar, da es sich um die Kamera selbst handelt. Die Kamera ist für ihn ein autonomer Gegenstand, der nicht den Reflexen des menschlichen Auges folgt. „Sie betrachtet die Realität wie ein fremdes Reich“, sagt Laurent Grasso selbst. Der Künstler präsentiert seine Videos als Installationen, als Anordnungen, bei denen der Ton eine wichtige Rolle einnimmt, sowohl als wirklich akustischer Baustein wie auch als Größe der „Irrealität“ (...)
Das Wichtige, da diese Installationen uns gefangen nehmen, ist zu wissen, wie es in sie einzudringen gelingt. Weil diese Installationen keine wirkliche geometrische Mitte besitzen, ist der Betrachter gezwungen, im Raum umherzugehen, um die akustischen und optischen Aspekte zu vervielfältigen. Tatsächlich funktionieren diese Installationen auch wie Fallen: Man begibt sich in sie hinein und wird zu einem konstituierenden Bestandteil, auch wenn es konkret nicht darum geht, in ihre Einstellungen und Funktionsweisen einzugreifen (...)
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