| |
|
Nach
Baudelaires Flaneur oder den surrealistischen Spaziergängen sind Jogger
und Modells die "isolierten Helden" der modernen Zeit. Mit ihren geraden
und gewundenen Linien erweisen sich diese Passanten als die neuen Figuren
der Moderne. Frank Perrin hat seine ursprüngliche fotografische Studie
über einsame Jogger nach und nach um Laufsteg-Modells und jüngst um die
komplexe urbane Landschaft der Luxusmarken erweitert. Indem er die Struktur
des Ereignisses und das Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft, die
auf das Ereignis blickt, erfasst, entsteht eine kondensierte Version der
komplexen gesellschaftlichen Beziehungen. Frank Perrins Interesse gilt
der Darstellung dieser neuen Form des zeitgenössischen Events. Er setzt
den Akzent auf die Isoliertheit des Modells, das durch die kurzlebige
Architektur der großen Modewelt schreitet, und versucht, das Tempo der
Postmoderne durch zwei "ultrazeitgenössische" Erscheinungen zu erfassen:
den Jogger und das Modedefilee. Nach "Joggers" (Postcapitalism 9) und
"Defilés" (Postcapitalism 7) untersucht Perrin in seiner neuen Fotoserie
"Streets" (Postcapitalism 2) den Passanten inmitten der Toplandschaft
des Postkapitalismus, bei der die Straße und ihre Shopping-Ikonen als
Bild im Bild dargestellt werden und sinnbildlich für eine Gesellschaft,
die aufsehenerregender denn je ist, stehen.
Frank Perrin arbeitete früher als Philosophie-Professor und Kunstkritiker.
Seine Serie "Joggers" begann er 1998, "Defilés" 2003. 2005 folgte schließlich
"Streets". Diese drei Serien gehören zu den Sektionen 9, 7 und 2 eines
Gesamtwerks mit dem Titel "Postcapitalism".
Frank Perrin lebt und arbeitet in Paris. Nach der Gründung des Kunstmagazins
"Bloc Notes" Anfang der 1990er-Jahre beschäftigte er sich zunehmend mit
der Fotografie. Er ist auch Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "Crash".
Seine Werke waren unter anderem im Daelim Museum in der südkoreanischen
Hauptstadt Seoul und im Rahmen der Ausstellungen "Victime de la mode"
(Modeopfer) im Kunstzentrum CRAC Alsace und "Show Time" im Pariser Musée
Galiera sowie in der Galerie Jousse Entreprise, Paris, zu sehen.
|
|
|