Amandine SACQUIN  
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Bambi
2006, bois et peinture acrylique
Courtesy de l'artiste

   
       
   

Erste Ausstellung. Amandine Sacquin ist eine junge Künstlerin aus Mulhouse, die ihre Inspiration in der Kinderwelt findet. Doch geht es ihr nicht darum, Figuren aus Märchenwelten in Erinnerung zu rufen, um ein bisschen träumen zu können oder sich eine bessere Welt zu wünschen, sondern eher, wie mittlerweile einigen zeitgenössischen Künstlern, das Verhältnis zur Kindheit zu erforschen.

Warum ist die Welt der Kindheit, dieses Reich, in dem man ein weinig unbekümmerter sein kann, in den Werken moderner Künstler häufig so präsent? Warum gibt es immer mehr von diesen „jugendhaften Erwachsenen“? Und warum entfremden diese Künstler jene Welt?
Heutzutage sieht man überall junge Frauen mit Chupa-Chups-Lollis im Mund oder kleine japanische Kitty-Figuren, die uns von allen Handtaschen anlächeln. Warum jung bleiben wollen, wenn eigentlich Erwachsenwerden als erstrebenswert gilt? Der Schriftsteller Thomas Bouvatier hat mit Régression einen Roman über diese Welt geschrieben. „Die kindliche Gesellschaft, oder vielmehr der riesige Pausenhof, auf den wir zusteuern, wird nicht ein von putzigen Cherubinen bewohntes Paradies sein: übertriebener Manierismus, allgemeine Unreife, kleinmütige, sehr naive, zu perverse Wesen ... die ewige Kindheit ist die Hölle.“

Amandine Sacquin gehört zu jenen Künstlern, die Kinderspiele und rührende Figuren wie Bambi verwenden, um härtere, gewaltigere und irritierendere Themen anzusprechen, als ob diese Welt nur eine Maskerade wäre. Kinder aber brauchen diese Welt, um überleben zu können. Die Kindheit ist eine geträumte und süße Zeit. Deshalb fasziniert sie: den Psychoanalytiker wie den Künstler. Diese Welt ist eine unerschöpfliche Quelle der Reflexion; sie zieht sich durch die Epochen, ermöglicht alles und kann sich doch als zweischneidig erweisen, denn gerade das Kind bleibt ein geschütztes, ein Tabuthema.

 

Clémentine Chéronnet