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Erste
Ausstellung. Amandine Sacquin ist eine junge Künstlerin aus Mulhouse,
die ihre Inspiration in der Kinderwelt findet. Doch geht es ihr nicht
darum, Figuren aus Märchenwelten in Erinnerung zu rufen, um ein bisschen
träumen zu können oder sich eine bessere Welt zu wünschen, sondern eher,
wie mittlerweile einigen zeitgenössischen Künstlern, das Verhältnis zur
Kindheit zu erforschen.
Warum
ist die Welt der Kindheit, dieses Reich, in dem man ein weinig unbekümmerter
sein kann, in den Werken moderner Künstler häufig so präsent? Warum gibt
es immer mehr von diesen "jugendhaften Erwachsenen"? Und warum entfremden
diese Künstler jene Welt?
Heutzutage sieht man überall junge Frauen mit Chupa-Chups-Lollis im Mund
oder kleine japanische Kitty-Figuren, die uns von allen Handtaschen anlächeln.
Warum jung bleiben wollen, wenn eigentlich Erwachsenwerden als erstrebenswert
gilt? Der Schriftsteller Thomas Bouvatier hat mit Régression einen Roman
über diese Welt geschrieben. "Die kindliche Gesellschaft, oder vielmehr
der riesige Pausenhof, auf den wir zusteuern, wird nicht ein von putzigen
Cherubinen bewohntes Paradies sein: übertriebener Manierismus, allgemeine
Unreife, kleinmütige, sehr naive, zu perverse Wesen ... die ewige Kindheit
ist die Hölle."
Amandine
Sacquin gehört zu jenen Künstlern, die Kinderspiele und rührende Figuren
wie Bambi verwenden, um härtere, gewaltigere und irritierendere Themen
anzusprechen, als ob diese Welt nur eine Maskerade wäre. Kinder aber brauchen
diese Welt, um überleben zu können. Die Kindheit ist eine geträumte und
süße Zeit. Deshalb fasziniert sie: den Psychoanalytiker wie den Künstler.
Diese Welt ist eine unerschöpfliche Quelle der Reflexion; sie zieht sich
durch die Epochen, ermöglicht alles und kann sich doch als zweischneidig
erweisen, denn gerade das Kind bleibt ein geschütztes, ein Tabuthema.
Clémentine Chéronnet
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