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Nelson,
entstanden 2002, ist die zweite Arbeit einer Serie, deren technische Umsetzung
sich augenblicklich vom übrigen Schaffen Alain Declercqs abhebt. Das erste
Werk dieser Serie ist Instinct de mort, das die Verantwortung des Staates
bei der Affäre Mesrine anprangert. Dieser Titel der Autobiografie von
Jacques Mesrine ist mit 2000 Schuss in einen Holzzaun eingraviert, abgegeben
von einem Polizisten - interner Darsteller bei der Tötung des französischen
Gewaltverbrechers. Für Nelson hat der Künstler diesen plastischen Ansatz
wieder aufgegriffen und sich von der Schlacht von Trafalgar und der Strategie
dieser Seeschlacht inspirieren lassen: Eine 8 Meter lange weiße Palisade
ist von mehr als 30 000 Karabinerkugeln durchlöchert. Die dritte Arbeit
dieser stark politisch geprägten Serie, Rest in Peace, die wie eine Neuauslegung
einer Ikone erscheint, zeigt das Abzeichen des US Department of Defense,
das aus 3000 Schuss aus einem 22LR-Karabiner besteht. Jedes dieser Werke
ist von einer Ambivalenz, mit der sich die Arbeit des Künstlers charakterisieren
lässt: Auf der Vorderseite ein glattes, sauberes Bild kraftvoller, präziser
Kugeln, auf der Rückseite die rohe, zerstörerische und zerfetzende Gewalt
der Durchschüsse.
Declercqs Handschrift lässt sich in der Tat in der durchschlagenden Klarheit
und in der Direktheit seiner Werke erkennen, aber auch in ihrer inhärenten
Komplexität. Der Künstler akkumuliert die verschiedenen Lesarten des Stückes.
Der quasi romantische Anblick dieser großen Kriegsschiffe lässt uns fast
vergessen, dass das Fresko aus Kugeleinschüssen besteht und dass es sich
um eine tödliche Szenerie handelt. Eine künstlerische Wahl, die, typisch
für Declercq, eine majestätische und ergreifende Version zeigt, die eine
unerbittliche, aber auch zerbrechliche Kraft hat. Für einen Moment absorbiert
die Schönheit dieser Oberfläche den Ernst der technischen Handlung, wir
betrachten sie mit weit geöffneten Augen und sind uns gleichzeitig in
voller Visierlinie des Schützen … Florise Pagès
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